Ziel des ESF-Programms „Schulverweigerung – Die 2. Chance“ ist die Reintegration aktiv oder passiv schulverweigernder Schülerinnen und Schüler innerhalb eines Jahres in das reguläre Schulsystem. Das BMFSFJ will damit die Zahl der Jugendlichen, die die Schule ohne Abschluss verlassen, deutlich senken und somit ihre Chancen auf eine berufliche Ausbildung erhöhen. Zielgruppe des Programms „Schulverweigerung – Die 2. Chance“ sind Schülerinnen und Schüler, die eine Haupt- oder Förderschule, bzw. eine andere Schulform besuchen, auf der der Erwerb eines Hauptschulabschlusses möglich ist und die bei der Aufnahme ins Case Management mindestens 12 Jahre alt sind und sich maximal am Beginn der letzten Klassenstufe befinden. Durch die Arbeit der Koordinierungsstellen sollen Jugendliche erreicht werden, die die Teilnahme am Unterricht aktiv oder passiv verweigern und damit ihren Schulabschluss gefährden.
Die Konzeption des Programms basiert auf der Erkenntnis, dass das mehrdimensionale Problem der Schulverweigerung nur durch eine enge Zusammenarbeit der involvierten Akteure (Schüler/in, Schule, Eltern, Jugendhilfe, soziale Dienste und weitere Partner) gelöst werden kann. Insbesondere das Zusammenwirken von Jugendhilfe und Schule ist hier gefordert. Mit dem Programm „Schulverweigerung – Die 2.Chance“ werden Anlaufstellen in Form von Koordinierungsstellen geschaffen, die sich schulverweigernden jungen Menschen annehmen und sie unter Beachtung ihrer vielschichtigen Problematiken in das Regelschulsystem reintegrieren
Als zentrale Methode kommt im ESF-Programm „Schulverweigerung – Die 2. Chance“ das Case Management zur Anwendung.Die Case Managerinnen und Case Manager in den Koordinierungsstellen
führen ein Kompetenzfeststellungsverfahren mit den Jugendlichen durch
erstellen in Zusammenarbeit mit den Schülern/Schülerinnen und in Abstimmung mit ihren Eltern und der Schule einen individuellen Bildungs- und Förderplan
koordinieren und begleiten die Umsetzung des Integrationsplanes, modifizieren bei Bedarf die einzelnen Schritte und
leiten alle notwendigen Unterstützungsangebote ein und führen eine Erfolgskontrolle der Unterstützungsangebote mit allen Beteiligten durch.
Durch die Koordination der unmittelbaren sozialpädagogischen Arbeit bilden die Case Managerinnen bzw. Case Manager eine Konstante für den jungen Menschen. Ziel ist es den schulverweigernden Jugendlichen in das Regelschulsystem zu reintegrieren und ihn nachhaltig zum Erreichen eines Schulabschlusses zu motivieren.
Die Koordinierungsstellen des Programms "Schulverweigerung - Die 2. Chance" sind zentrale Anlaufstelle für schulverweigernde Schüler/innen und deren Eltern, für Fachkräfte und Netzwerkpartner. Sie wirken in vorhandenen Netzwerken mit oder bauen bei Bedarf neue Netzwerke für die Umsetzung der Programmziele auf.
Die Ansprache und Arbeit mit den schulverweigernden Jugendlichen in den Koordinierungsstellen erfolgt nach den Grundsätzen der Gleichstellung der Geschlechter (Gender Mainstreaming) und der Berücksichtigung der Bedürfnisse von Menschen mit Migrationshintergrund (Cultural Mainstreaming). Mit der Initiative JUGEND STÄRKEN führt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die ESF-Programme "Schulverweigerung - Die 2. Chance" und "Kompetenzagenturen" mit einer zunächst dreijährigen Laufzeit fort. Die Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi) gemeinnützige GmbH ist Träger der freien Jugendhilfe und Mitglied im Paritätischen Bayern.
Ansprechpartner
Thomas Müller
Telefon 09281 7254-12
E-Mail mueller.thomas@ho.gfi-ggmbh.de

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